Projektstandort Ukraine

Das Engagement der  Stiftung begann 2008 im westukrainischen Lwiw (Lemberg).  Die Stadt, deren Altstadt seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und die mehr als zehn Prozent aller ukrainischen Kulturdenkmäler beherbergt, hat einen enormen Bedarf an gut ausgebildeten Bauhandwerkern und Restauratoren, um ihre Gebäude zu sanieren. Die Projekte der Stiftung tragen dazu bei.  Inzwischen sind auch Kiew, Winniza und Charkiw Standorte umfangreicher Projekte – insbesondere in der Multiplizierung der Maler- und Tischlerausbildung. Außerdem werden Vorlesungsreihen, Vorträge und Seminare im Bereich des Bauingenieurwesens und des Städtebaus konzipiert und organisiert.

Die Projekte in der Ukraine werden überwiegend von unserer ukrainischen Tochterstiftung, der Stiftung zur Förderung des Bauwesens (SFB) mit Sitz in Kiew geplant und durchgeführt.

 

Einführung einer Steinmetzausbildung in Lwiw

Als Ausbildungsberuf gibt es in der Ukraine den Steinmetz nicht. Sehr gut ist die Ausbildung für Bildhauer. Handwerkliche Steinmetzarbeiten machen in der Regel die Mauerer mit. Besonders in Lwiw ist jedoch der Bedarf an gut ausgebildeten, handwerklich versierten und mit den neuesten Methoden der Restaurierung vertrauten Steinmetzen sehr groß. Die Stadt verfügt über eine immense Anzahl von Schätzen, deren Erhalt genau diese Fachleute benötigt. Am Iwan-Trusch-College in Lwiw, das seit Jahrzehnten Bildhauer ausbildet, sind beste Voraussetzungen für eine Einführung dieser Qualifikation gegeben. Die sechsjährige künstlerische Ausbildung erlaubt eine Vertiefung und Bereicherung im handwerklichen Bereich und macht diese entsprechend wertvoller. Ein umfangreicher Teilbereich „Restaurierung“ erweitert die Möglichkeiten der jungen Künstler und bietet neue berufliche Perspektiven.

 

Multiplizierung der modernisierten Malerausbildung in Winniza, Kiew und Charkiw

Die neue Ausbildung im Malerberuf, erprobt im Modellprojekt in Lwiw und ebenfalls mit der Zusatzkomponente „Restaurator“ wird inzwischen auch an zwei beruflichen Schulen in der Zentralukraine realisiert.  An der Höheren Berufsschule für Bauwesen und Design in Kiew und an der Höheren Künstlerisch-Berufstechnischen Schule Nr. 5 in Winniza wurden im Herbst 2015 die ersten umgebauten Werkstätten eröffnet und die Ausbildung wurde aufgenommen.

Im Dezember 2017 kam ein dritter Standort für die Multiplizierung der Malerausbildung hinzu: das „Regionale Berufsbildungszentrum für Bautechnologie des Charkiwer Gebiets“ im ostukrainischen Charkiw. Hier wurde im Herbst 2018 die modernisierte Ausbildung aufgenommen.

Im Rahmen einer Informationsreise konnten Projektbeteiligte der ukrainischen Seite im Mai 2016 das deutsche Berufsbildungssystem und die Malerausbildung hierzulande kennenlernen. Das Interesse war sehr groß und von diesem Besuch gingen viele Impulse für die weitere Projektentwicklung aus.

 

Interkulturelles Dialogprojekt für Steinmetze aus der Ukraine und Deutschland

Seit 2011 unterstützen wir das von thornconcept entwickelte Interkulturelle Dialogprojekt für Steinmetze. Jährlich reisen Steinmetze aus der Ukraine an, inzwischen waren auch schon zwei Gruppen deutsche Steinmetze in der Ukraine. Das Projekt befasst sich auf deutscher Seite mit der Wiederbelebung des barocken Terrassengartens in Kirchheimbolanden, auf ukrainischer Seite werden Steinmetzarbeiten in der  Altstadt von Lviv ausgeführt. Die Arbeit am gemeinsamen europäischen Kulturerbe eröffnet den jungen Handwerkern und Künstlern Perspektiven weit über ihr eigenes Arbeitsfeld hinaus und schafft Einsicht in die Zusammenhänge europäischer Kultur.

 

Modellprojekt in Lwiw (Ukraine)

An der Höheren Beruflichen Kunstschule Lwiw ist die Modernisierung der Berufe Maler/Restaurator und Tischler/Restaurator abgeschlossen. Durch kontinuierliche Nachbetreuung wird der Stand der Ausbildung stets aktuell gehalten. Aufgrund des hohen Restaurierungsbedarfs der Stadt Lwiw, insbesondere im Zusammenhang mit ihrem Status als Weltkulturerbe, ist hier die Zusatzkomponente Restauration eine Besonderheit. Der Bedarf an Sanierung im Außen- und Innenbereich der Altstadtgebäude ist immens.