Aktuell

 
Berufsbildung

Erste Bildhauer mit handwerklicher Zusatzausbildung verabschiedet

1. Juli 2020:

Die ersten Absolventen der Zusatzausbildung für Steinmetze und Restaurierung am Lviver Ivan-Trusch-College für Dekorative und Angewandte Kunst halten ihre Bachelor-Abschlusszeugnisse in Händen.

Unser Projektleiter Dirk Brüggemann-Bulgakow bescheinigte den Absolventen Steinmetz- und Restaurierungsarbeiten ausführen zu können und unterstrich die Anlehnung an die Ausbildungsinhalte in Deutschland. Viele Stunden praktische Erfahrung konnten die jungen Bildhauer im Rahmen des Interkulturellen Dialogprojekts in der Steinmetzwerkstatt der Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern sammeln.

Die Zusatzkomponenten helfen den Absolventen, neben ihren künstlerischen Tätigkeiten als Bildhauer, Steinerzeugnisse zu bearbeiten und zu restaurieren. So soll in Lviv der einheimische Nachwuchs ausgebildet werden, der die Kunst- und Architekturdenkmäler in der Altstadt, die zum UNESCO-Kulturerbe zählt, adäquat restaurieren kann.

 

Unterstützung unserer Partner in der Coronakrise

2. Juni 2020:

Im Zuge der Coronapandemie mussten die Bildungseinrichtungen in der Ukraine, Moldau, Russland und Georgien innerhalb kürzester Zeit in den Fernunterrichtsmodus übergehen. Ähnlich wie in Deutschland mangelt es aber an der entsprechenden technischen Ausstattung wie Computer, Laptops, Smartphones und (schnelle) Internetverbindungen, aber auch an Lern- und Lehrmaterial für Schüler und Lehrer. Mit der Finanzierung neuer Laptops und Schulbücher unterstützen wir unsere Partner dabei, den Unterricht der Berufsschulen trotz der Quarantänemaßnahmen aufrecht zu erhalten.

 
Berufsbildung, Multiplizierung

Neue Projektstandorte Belojarskij und Jekaterinburg

20. Mai 2020:

Die Erfahrungen und Ergebnisse unserer langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Uraler College für Technologie und Unternehmertum in Jekaterinburg sollen in den nächsten Jahren auch anderen Berufsschulen in Russland zugutekommen. Nach rund einjähriger Vorbereitung haben wir im Rahmen einer Online-Konferenz am 20. Mai 2020 einen Vertrag über die Modernisierung der Fliesenlegerausbildung mit dem Technikum Belojarskij (Белоярский многопрофильный техникум) und dem Jekaterinburger College für Verkehrswegebau (Екатеринбургский Колледж Транспортного Строительства) unterzeichnet. Das Projekt wird mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Jugendpolitik des Gebietes Swerdlowsk durchgeführt und vom Uraler College für Technologie und Unternehmertum begleitet.

„Das Ausbildungsniveau, welches wir gemeinsam geschaffen haben, wurde von der internationalen Expertengemeinschaft anerkannt. Davon zeugen die Ergebnisse und Siege der Absolventen unseres Colleges bei den WorldSkills-Meisterschaften“, unterstrich Yuri Biktuganov, Bildungsminister des Gebietes Swerdlowsk. „Keine Pandemie kann uns davon abhalten unsere fruchtbare Zusammenarbeit fortzuführen“, betonte Peter Möller, Geschäftsführender Vorstand, Eberhard-Schöck-Stiftung.

 
Kulturpreis Deutsche Sprache, Preise und Auszeichnungen

Trauer um Rolf Hochhuth

15. Mai 2020:

Am 13. Mai 2020 ist der Schriftsteller und Dramatiker Rolf Hochhuth im Alter von 89 Jahren in Berlin gestorben. Er war im Jahr 2001 der erste Träger des Jacob-Grimm-Preises, der als Teil des Kulturpreises Deutsche Sprache von der Eberhard-Schöck-Stiftung getragen und von ihr gemeinsam mit dem Verein Deutsche Sprache e.V. vergeben wird.

Hochhuth war einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker der Nachkriegszeit. Seine Stücke behandeln meist reale Geschehnisse, oft solche, die mit dem Nationalsozialismus zusammenhängen, und sie lösten regelmäßig Kontroversen aus. Am bekanntesten sind „Der Stellvertreter“ (1963), in dem Hochhuth nach der Rolle von Papst Pius XII. angesichts des Mordens an den Juden Europas fragt, und „Die Juristen“ (1979), in dem es um das Verhalten Hans Filbingers als Marinerichter im Jahr 1945 geht; der Rücktritt Filbingers vom Amt des Ministerpräsidenten Baden-Württembergs war bereits 1978 erfolgt, nachdem Hochhuth dieses Verhalten öffentlich gemacht hatte. Hochhuth machte die dramatische Kunst wie kaum ein anderer zu einer öffentlichen Angelegenheit. Neben seinen Dramen verfasste er Gedichte, Erzählungen, Novellen, Essays und Streitschriften.

Hochhuth war ein streitbarer Demokrat, der sich nicht nur in Fragen der Kultur zu Wort meldete. Er war ein Moralist mit festen Maßstäben, aber kein Tugendbold, der politische Korrektheit an die Stelle von Stehvermögen, Klarheit und Unbestechlichkeit gesetzt hätte. Die deutsche Sprache war für ihn nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Kulturgut, das es zu pflegen, schützen und weiterentwickeln galt. Und er förderte dieses Kulturgut nach Kräften. Seine Dramen bezogen „einen Großteil ihrer gesellschaftlichen Brisanz, ihre Präzision und Schärfe aus ihrer geschliffenen, sicheren deutschen Sprache. Hochhuthscher Patriotismus ist Sprachpatriotismus“, wie Ruth Wagner, die damalige hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, bei der Verleihung des Jacob-Grimm-Preises am 3. November 2001 ausführte. In seiner Preisrede sagte Hochhuth „als einer, dessen tagtägliches Arbeitszeug die Sprache ist, die ihn auch ernährt“:

„Jacob Grimm selbst hat illusionsfrei darauf hingewiesen, dass Sprache nicht ein dauernder Besitz ist, deren ein Volk, eine Nation sicher sein können – sondern dass Sprache verloren gehen kann, zeitweise oder auch auf ewig wie die Freiheit, die ja auch stets erneut behauptet, erkämpft werden muss.“

Die Eberhard-Schöck-Stiftung und die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache betrauern den Tod des ersten Trägers des Jacob-Grimm-Preises. Sie werden sein Andenken pflegen und in Ehren halten.

Helmut Glück, Sprecher der Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache

 
Hochschulbildung

Vereinbarung zur Modernisierung des Studiengangs Städtebau unterzeichnet

27. April 2020:

Die Einführung eines an westeuropäischen Standards orientierten Masterstudiengangs für Stadt- und Raumplanung ist das Ziel unserer jüngsten Kooperation mit der Kiewer nationalen Universität für Bauwesen und Architektur (Київський національний університет будівництва i архітектури). Aufbauend auf gemeinsam durchgeführte Urbanistik-Schulen in Kiew, Charkiw und Luzk wollen wir in den kommenden drei Jahren zusammen eine allgemeine methodische und methodologische Ausbildungsgrundlage schaffen und die Intensivierung der nationalen und internationalen Hochschulkooperation vorantreiben. Vor wenigen Tagen wurde die entsprechende Vereinbarung unterschrieben.