Einführung einer Steinmetzausbildung in Lwiw

Als Ausbildungsberuf gibt es in der Ukraine den Steinmetz nicht. Sehr gut ist die Ausbildung für Bildhauer. Handwerkliche Steinmetzarbeiten machen in der Regel die Mauerer mit. Besonders in Lwiw ist jedoch der Bedarf an gut ausgebildeten, handwerklich versierten und mit den neuesten Methoden der Restaurierung vertrauten Steinmetzen sehr groß. Die Stadt verfügt über eine immense Anzahl von Schätzen, deren Erhalt genau diese Fachleute benötigt. Am Iwan-Trusch-College in Lwiw, das seit Jahrzehnten Bildhauer ausbildet, sind beste Voraussetzungen für eine Einführung dieser Qualifikation gegeben. Die sechsjährige künstlerische Ausbildung erlaubt eine Vertiefung und Bereicherung im handwerklichen Bereich und macht diese entsprechend wertvoller. Ein umfangreicher Teilbereich „Restaurierung“ erweitert die Möglichkeiten der jungen Künstler und bietet neue berufliche Perspektiven.

 

Multiplizierung der modernisierten Malerausbildung in Winniza und Kiew

Die neue Ausbildung im Malerberuf, erprobt im Modellprojekt in Lwiw und ebenfalls mit der Zusatzkomponente „Restaurator“ wird inzwischen auch an zwei beruflichen Schulen in der Zentralukraine realisiert.  An der Höheren Berufsschule für Bauwesen und Design in Kiew und an der Höheren Künstlerisch-Berufstechnischen Schule Nr. 5 in Winniza wurden im Herbst 2015 die ersten umgebauten Werkstätten eröffnet und die Ausbildung wurde  aufgenommen.

Im Rahmen einer Informationsreise konnten Projektbeteiligte der ukrainischen Seite im Mai 2016 das deutsche Berufsbildungssystem und die Malerausbildung hierzulande kennenlernen. Das Interesse war sehr groß und von diesem Besuch dürften viele Impulse für die weitere Projektentwicklung ausgehen.

 

Wohnheim Berufsschule Causeni/Moldau

Seit vielen Jahren sind wir – zusammen mit dem Freundeskreis der Eberhard-Schöck-Stiftung unter Federführung von Sabine Schöck, der Ehefrau des Stifters – bestrebt, die Lebenssituation der Schüler an der Berufsschule in Causeni/Moldau zu verbessern. Zum einen geschieht das durch die verbesserten Ausbildungsmöglichkeiten, aber auch der Alltag für die Jugendlichen, die im dortigen Wohnheim untergebracht sind, wird durch konkrete Hilfsmaßnahmen erleichtert. So wurden neue Fenster eingebaut, Etagenküchen neu eingerichtet und die Sanitärräume renoviert und neu ausgestattet.

 

Lebensgemeinschaft Istok/Russland

Für eine Kooperation mit der Lebensgemeinschaft für Menschen mit Behinderung in Istok/Russland, laufen derzeit die Vorbereitungen. Hier ist im Rahmen der Städtepartnerschaft Pforzheim-Irkutsk und unter Einbeziehung des Berufsschüleraustausches für Tischler aus Pforzheim und Irkutsk geplant, Kontakt mit den Bewohnern von Istok aufzunehmen und sie nach Möglichkeit in das Projekt einzubinden.

 

Friendly Monsters

Es ist geplant, in Kürze das Projekt „Friendly Monsters“ mit Standort in Georgien zu fördern. Hier wird mit Jugendlichen aus sozialen Randgruppen handwerklich/kreativ gearbeitet. Die Projektergebnisse stehen der Öffentlichkeit in Form von Kunst in öffentlichen Raum oder Spielgeräten zur Verfügung und sind geeignet, die Akzeptanz der Jugendlichen in der Gesellschaft zu verbessern. Das gemeinsame kreative handwerkliche Tun wirkt sich auf Selbstwertgefühl, Teamfähigkeit und persönliche Perspektiven der Jugendlichen positiv aus. Mehr Informationen unter FRIENDLYMONSTERS

 

Qualifizierungsprojekt Kassel-Jaroslawl (Russland)

Die Städtepartnerschaft zwischen Kassel und Jaroslawl besteht seit 1988. Seit 2015 wird sie im Bereich der handwerklichen Berufsausbildung von der Eberhard-Schöck-Stiftung unterstützt. Im Frühjahr 2015 konnten vier Pädagogen aus Jaroslawl zwei Wochen lang das deutsche Ausbildungssystem kennenlernen. An diesem Seminar waren mehrere Kasseler Ausbildungsinstitutionen beteiligt.

Inzwischen hat sich zunächst eine Zusammenarbeit zwischen der Oskar-von-Miller-Schule und dem Städtebaulichen College Jaroslawl im Bereich Anlagenbau im Sanitär-, Heizungs- und Klimabereich herauskristallisiert.

 

Qualifizierungsprojekt Pforzheim-Irkutsk (Russland)

Im Herbst 2014 war Besuch aus Irkutsk in der der Partnerstadt Pforzheim. Das deutsche Ausbildungssystem mit seinen Besonderheiten und unter besonderer Berücksichtigung der Gegebenheiten im Bereich der Tischler- und Zimmererausbildung war Thema einer Woche voller neuer Eindrücke und Erfahrungen für zwei langgediente russische Ausbilder-Kolleginnen.

 

Interkulturelles Dialogprojekt für Steinmetze aus der Ukraine und Deutschland

Seit 2011 unterstützen wir das von thornconcept entwickelte Interkulturelle Dialogprojekt für Steinmetze. Jährlich reisen Steinmetze aus der Ukraine an, inzwischen waren auch schon zwei Gruppen deutsche Steinmetze in der Ukraine. Das Projekt befasst sich auf deutscher Seite mit der Wiederbelebung des barocken Terrassengartens in Kirchheimbolanden, auf ukrainischer Seite werden Steinmetzarbeiten in der  Altstadt von Lviv ausgeführt. Die Arbeit am gemeinsamen europäischen Kulturerbe eröffnet den jungen Handwerkern und Künstlern Perspektiven weit über ihr eigenes Arbeitsfeld hinaus und schafft Einsicht in die Zusammenhänge europäischer Kultur.

 

Berufsschüleraustausch Karlsruhe – Krasnodar (Russland)

Der Schüleraustausch zwischen den Partnerstädten Karlsruhe und Krasnodar findet seit 2010 statt. Die Heinrich-Hübsch-Schule und das Humanitär-Technologische College kooperieren seitdem regelmäßig alle zwei Jahre im Bereich der Tischler-Ausbildung. In der Projektarbeit wurden Stücke unter anderem für Kindertagesstätten angefertigt.

 

Berufsschüleraustausch Pforzheim – Irkutsk (Russland)

Der Berufsschüleraustausch zwischen Pforzheim und seiner sibirischen Partnerstadt Irkutsk fand 2009 zum ersten Mal statt. Daraus sind unterschiedliche Aktivitäten im Zimmerer-Bereich hervorgegangen. 2016 gibt es einen zweiten Schüleraustausch. Geplant ist ein Projekt in Irkutsk, das die deutsch-russische Beziehungen symbolisiert: eine große Spiel- und Kletteranlage mit zwei Türmen, die mit einer Brücke verbunden sind. 2007 entstand unter großem öffentlichen Interesse in Irkutsk eine russische Sauna-Hütte. Federführend ist auf deutscher Seite die Pforzheimer Alfons-Kern-Schule.

 

Berufsschüleraustausch Lahr – Jekaterinburg (Russland)

Zwischen der Badischen Malerfachschule Lahr und dem Jekaterinburger College für Technologie und Unternehmertum gibt es seit 2010 einen regelmäßigen Schüleraustausch im Malerbereich. In beiden Schulen haben die Projekte die Schule maßgeblich gestalterisch bereichert. Wandkonsolen, Schranktüren, Garderobenelemente und ganze dekorative Wandgestaltungen sind als sichtbare Zeichen der Zusammenarbeit entstanden.

 

Modernisierung der Ausbildung für Tischler an der Berufschule in Causeni (Moldau)

Hier wird seit 2011 die Ausbildung für Tischler modernisiert. Mittlerweile wurde eine Werkstatt komplett renoviert, ein Maschinenraum wurde mit modernen Maschinen und ein Werkraum mit Handwerkzeugen ausgestattet. Umfangreiche Schulungen fanden für Lehrer und Meister statt. Insgesamt werden derzeit ca. 70 Schüler ausbildet. Die Schülerzahl hatte sich nach Projektbeginn signifikant erhöht.

Das Projekt in Moldau ist eng mit dem Modellprojekt in Lviv verknüpft. So fanden z. B. in Lviv Schulungen für die Meister aus Moldau statt.

 

 

Modellprojekt in Lwiw (Ukraine)

An der Höheren Beruflichen Kunstschule Lwiw ist die Modernisierung des Berufs Maler/Restaurator bereits abgeschlossen. Das Projekt für Tischler/Restauratoren wird Mitte 2017 beendet werden. Aufgrund des hohen Restaurierungsbedarfs der Stadt Lwiw, insbesondere im Zusammenhang mit ihrem Status als Weltkulturerbe, ist hier die Zusatzkomponente Restauration eine Besonderheit. Der Bedarf an Sanierung im Außen- und Innenbereich der Altstadtgebäude ist immens.

 

 

Modellprojekt in Jekaterinburg (Russland)

Hier ist am College für Technologie und Unternehmertum inzwischen die Modernisierung der Berufsausbildung für Maler, Tischler, Fliesenleger, Dachbauer, Sanitärinstallateure und Autolackierer abgeschlossen worden. Kontinuierliche Evaluierung und Weiterqualifizierung der Ausbilder sorgen für Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit.

Multiplizierung in Krasnodar

Seit 2015 läuft die Multiplizierung für Fliesen-/Mosaikleger am Humanitär-Technologischen College in Krasnodar. Die Werkstätten sind umgebaut, derzeit werden die Meister geschult. Eine erste Schulung bei den Kollegen im Modellprojekt in Jekaterinburg wurde bereits erfolgreich beendet. Im Laufe des ersten Halbjahres 2016 folgen Schulungen in Deutschland, und im Herbst 2016 soll in Krasnodar die modernisierte Ausbildung aufgenommen werden.